Amarone und Valpolicella sind zwei Rotweine, die in derselben Region Valpolicella in Venetien produziert werden, jedoch sehr unterschiedliche Eigenschaften und Produktionsmethoden aufweisen.
Amarone:
Produktionsmethode: Amarone wird aus getrockneten Trauben hergestellt. Die Trauben Corvina, Rondinella und Molinara werden geerntet und etwa 3-4 Monate lang auf Gestellen getrocknet, wodurch sie einen Teil ihres Wassergehalts verlieren und Zucker und Aromen konzentrieren. Anschließend werden die Trauben gepresst und langsam fermentiert, oft mit einem hohen Restzuckergehalt.
Eigenschaften: Es ist ein vollmundiger, reicher und komplexer Wein mit einem hohen Alkoholgehalt (15-16% vol.) und intensiven Aromen von reifen Früchten, Gewürzen und Schokolade. Am Gaumen ist er strukturiert, mit weichen Tanninen und einem langen Abgang.
Reifung: Amarone benötigt eine lange Reifung in Holzfässern, die mehrere Jahre dauern kann.
Valpolicella:
Produktionsmethode: Valpolicella wird aus denselben Traubensorten (Corvina, Rondinella, Molinara) hergestellt, jedoch ohne Trocknung. Die Trauben werden frisch vinifiziert, mit einer schnellen und weniger intensiven Fermentation.
Eigenschaften: Es ist ein leichterer Wein im Vergleich zu Amarone, mit einem mittleren Körper, frischen Aromen von Kirsche, Himbeere und leichten Gewürzen sowie einer lebhaften Säure. Der Alkoholgehalt ist in der Regel niedriger (11-13% vol.).
Reifung: Valpolicella kann jung konsumiert werden, ohne dass eine lange Reifung erforderlich ist, obwohl einige Versionen wie Valpolicella Superiore eine kurze Zeit im Holz benötigen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Amarone ein komplexer und robuster Wein ist, der sich gut zu reichhaltigen und wichtigen Gerichten eignet, während Valpolicella ein vielseitigerer und frischer Wein ist, der ideal für leichtere Mahlzeiten oder den täglichen Genuss ist.